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Michael / Morlok: Grundrechte

Von Benedikt Bögle

Grundrechte sind eine der ersten Disziplinen, mit der Jurastudenten an der Universität in Berührung kommen. Und auch wenn der Grundrechtskatalog in der Examensvorbereitung nicht im Zentrum der Bemühungen steht: Pflichtstoff ist es dennoch. Eine gute Gelegenheit zur Einarbeitung wie zur Wiederholung bieten die beiden Professoren Lothar Michael und Martin Morlok: „Grundrechte“ ist bei Nomos erschienen. Der Aufbau des Werkes ist interessant und eher ungewöhnlich: Nach allgemeinen, einleitenden Fragen gehen die Autoren nicht jedes Grundrecht einzeln nach Schutzbereich – Eingriff – Rechtfertigung durch. Sie bieten vielmehr erst die Schutzbereiche aller Freiheitsrechte, dann die Grundrechtsberechtigung, die Grundrechtsbindung und die Rechtfertigung der Einschränkungen dieser Rechte.

Copyright: Nomos

Es folgen die Gleichheitsrechte und zum Schluss noch ein Überblick über die Gerichtsverfahren zur Geltendmachung einer Grundrechtsverletzung. Ein sehr übersichtliches Lehrbuch ist hier entstanden. Die Autoren erläutern gut verständlich anhand einführender Fälle, bieten immer wieder eigens gekennzeichnete Abschnitte zum besseren Verständnis, Informationen für Fortgeschrittene und Hinweise zum Prüfungsaufbau. Einen runden Abschluss ermöglichen zusammengestellte Schemata und Definitionen zum lernen. Sehr zu empfehlen!

Lothar Michael / Martin Morlok: Grundrechte
Nomos, 7. Aufl. 2020, 534 Seiten, EUR

Das Buch der Könige

Von Benedikt Bögle

Das Erste Buch der Könige berichtet vom Tod Davids, dem Wirken seines Sohnes Salomo als sein Nachfolger, den Bau des Tempels, die Königin von Saba und vor allem vom Wirken des Propheten Elija. Weltberühmt etwa sind die Erzählungen von der Bewährung Elijas gegen die heidnischen Priester und in der Folge die Flucht des Propheten: Am Gottesberg Horen begegnet er dem Herrn – nicht im vorüberziehenden Sturm, sondern in einem leisen Säuseln.

Copyright: Herder

Die Kapitel 15 bis 22 des Ersten Buches der Könige hat der Theologe Ernst Axel Knauf für Herders Theologischen Kommentar zum Alten Testament erstellt. Wie auch alle anderen Bänder dieser Reihe überzeugt auch dieser – und dürfte ebenso wie die anderen Ausgaben der Reihe zu einem Standardwerk werden. Überzeugend bietet der Kommentar nach einer Übersetzung des jeweiligen Abschnitts Ausführungen zu Text und Übersetzung, die in ihren vielen Details wohl eher den Spezialisten vorbehalten sein dürften. Nach einer Analyse folgt die Auslegung des Textes. Dieser generell bewährte Aufbau wurde auch diesem Werk zugrunde gelegt. Es dürfte vielen Studenten, aber auch Wissenschaftlern und Praktikern zu einem wichtigen Leitfaden durch das Erste Buch der Könige werden.

Ernst Axel Knauf: 1 Könige 15-22 (Heiders Theologischer Kommentar zum Alten Testament)
Herder 2019, 536 Seiten, EUR 105

Die polnische Küche

Von Benedikt Bögle

„Die polnische Küche ist bunt, sehr vielseitig und kann den Einfluss ihrer Nachbarländer nicht verleugnen“, schreibt Sylwia Erdmanska-Kolanczyk. Sie muss es wissen: Ihr Kochbuch „Die polnische Küche. Traditionelle Rezepte neu zubereitet“ ist beim Leopold Stocker Verlag erschienen. Tatsächlich ist die polnische Küche bei uns relativ unbekannt. Oder haben Sie schon einmal „Salzgurkensuppe“ gegessen, Sauerkrautsuppe oder Sauermehlsuppe? Neben diesen für unseren Geschmack vielleicht etwas ungewöhnlich klingenden Rezepten bietet das Buch vieles weitere mehr: Kohlrouladen etwa, gefüllte Eier oder Blumenkohl mit Paniermehl und Butter. Ein schönes Kochbuch mit vielen Ideen und Einblicken in die relativ unbekannte Küche unserer Nachbarn.

Sylwia Erdmanska-Kolanczyk: Die polnische Küche. Traditionelle Gerichte neu zubereitet
Leopold Stocker Verlag 2019, 128 Seiten, EUR

Copyright des Bildes: Leopold Stocker Verlag

Löhnig und Gietl: Schuldrecht BT 1

Von Benedikt Bögle

Ein sehr knappes Lehrbuch zum Schuldrecht Besonderer Teil 1 haben Professor Martin Löhnig und Andreas Gietl vorgelegt: „Schuldrecht II – Besonderer Teil 1: Vertragliche Schuldverhältnisse“ ist in zweiter Auflage bei Kohlhammer erschienen. Der Band umfasst lediglich gut 180 Seiten und geht dennoch auf alle vertraglichen Schuldverhältnisse ein. Platz finden also:

  • Kaufrecht
  • Tausch
  • Schenkung
  • Werkvertragsrecht
  • Reisevertragsrecht
  • Behandlungsvertrag
  • Miete
  • Pacht
  • Leihe
  • Leasing
  • Darlehen
  • Bürgschaft
Copyright: Kohlhammer

Trotz des knappen Umfangs werden Probleme hervorragend behandelt. Dem Leser ist zum einen immer klar, wann ein bestimmtes Problem vorliegt, das in der Literatur auch tatsächlich umstritten ist. Die beiden Autoren bieten dabei verschiedene Lösungen an. Das ist durchaus hervorzuheben: Ein Teil der Lehrbücher tut so, als gäbe es nur die Meinung des jeweiligen Autors. Ein anderer Teil behandelt Probleme in einem Umfang, der wohl sogar für ausführliche Hausarbeiten zu viel wäre. Genau in der goldenen Mitte bewegen sich Löhnig und Gietl.

Randnummern, Gliederung des Buches und Fettdrucke ermöglichen darüberhinaus eine gute Orientierung im vorliegenden Band. Abgeschlossen wird er durch einige (wenige) Aufbauschemata, einer Liste wichtiger Urteile und den wichtigsten Definitionen – auch das weit mehr als andere Lehrbücher bieten. Der Band empfiehlt sich daher allen, die sich einen Überblick über das Schuldrecht und die vertraglichen Schuldverhältnisse verschaffen wollen (oder müssen).

Martin Löhnig / Andreas Gietl: Schuldrecht II – Besonderer Teil 1: Vertragliche Schuldverhältnisse (Studienreihe Rechtswissenschaften)
Kohlhammer, 2. Aufl. 2018, 183 Seiten, EUR 22

Kurz und knackig: Golf von Neapel

Von Benedikt Bögle

Wer einen Urlaub an den Golf von Neapel plant, kann sich gut an einen Marco-Polo-Reiseführer halten: „“Golf von Neapel“ von Stefanie Sonnentag. Viele Informationen bietet der Reiseführer nicht – gerade das wichtige und nötige. Auf nur 144 Seiten bietet er Informationen zu den wichtigsten Orten und Sehenswürdigkeiten der Küste: Neapel, Herculaneum und Pompeji, Capri, Ischia, Procida, die Amalfiküste, Paestum udn Cilento. Dazu kommen einzelne Kapitel – wie man mit Kindern reisen kann, Informationen zu Events und Festen, ein kurzer Sprachführer und natürlich vor allem Karten. Dieses Buch ist ideal für alle, die nicht viel Begleitung wollen, sondern das Wichtigste auf einen Blick.

Stefanie Sonnentag: Golf von Neapel
Mairdumont, 11. Aufl. 2019, 144 Seiten

Formulare zum BGB

Von Benedikt Bögle

Wer in der Praxis Gesetze anwendet, ist immer wieder auch auf Vorlagen angewiesen – etwa für die Klageerhebung und das Geltendmachen eines bestimmten Anspruchs. Eine Hilfe bietet der Nomos Verlag: „BGB. Kommentiertes Vertrags- und Prozessformularbuch“ wurde von Reiner Schulze, Herbert Grziwotz und Rudolf Lauda herausgegeben. Dieses Formularhandbuch bietet die Formulare in der Reihenfolge ihres Platzes im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Ganz konkret bedeutet das etwa: Der Band beginnt mit § 1 BGB. Dieser und die folgenden Paragraphen sind abgedruckt, aber nicht mit einem Formular versehen – weil es schlicht keine nötigen Formulare gibt, die im Rahmen etwa von § 2 – „Die Volljährigkeit tritt mit der Vollendung des 18. Lebensjahres ein.“ – nötig wären. Bis § 12 sind die Normen folglich lediglich abgedruckt, bei § 12 bietet der Band zum ersten Mal ein Formular – in diesem Fall: Das Muster einer Klage auf Unterlassung einer Namensnutzung.

Copyright: Nomos

Ein Symbol am Rand des Formulars zeigt schnell und übersichtlich an, wo sich entsprechende Muster befinden. Der Kommentar bietet jedoch nicht nur die bloßen Formulare, sondern auch dazugehörende Begründungen. Die beziehen sich natürlich auch auf prozessuale Fragen, aber eben auch auf die materiellen Voraussetzungen des Anspruchs. Das macht aus dem Handbuch auch einen Kommentar: Sobald ein Formular geboten und erläutert wird, handelt es sich zugleich auch um eine Kommentierung der eigentlichen Norm.

Die Autoren bieten Formulare durch das ganze BGB hin an, beginnend mit § 12 und dem Namensrecht, endend mit einem Muster zum Erbschaftskauf nach § 2371. Insgesamt kommen so auf mehr als 3.000 Seiten 1.384 Formulare zusammen, die von Rechtsanwälten, Notaren und Richtern zusammengestellt wurden und in der Praxis einen großen Dienst leisten dürften – gerade dort, wo eine etwas abgelegene Anspruchsgrundlage in Frage kommt. Zusätzlich zum gedruckten Formular erhält der Käufer den Online-Zugang zum Werk bei Beck online.

Reiner Schulze, Herbert Grziwotz und Rudolf Lauda (Hg.): BGB. Kommentiertes Vertrags- und Prozessformularbuch
Nomos, 4. Aufl. 2019, 3058 Seiten, EUR 138

Theologische Begleitung für die Hedwigskirche

Von Benedikt Bögle

Momentan wird die Berliner Hedwigskirche renoviert. Unumstritten ist dieses Projekt nicht, gleichzeitig aber ist es auch prestigeträchtig: Die Kirche ist die Kathedrale des Erzbistums Berlin. Für Domprobst Tobias Przytarski und den Herderverlag waren diese Arbeiten der Anlass, eine eigene Reihe zur Hedwigs-Kathedrale herauszugeben: Bisher sind drei Bände von „Sankt Hedwig Mitte“ erschienen. Sie alle stellen den Kirchenbau in einen größeren Kontext.

Copyright: Herder

Den Beginn macht Klaus Müller im ersten Band: „Eine Mitte, die für das ganze steht“. Dabei bettet er die Geschichte der Kathedrale in die philosophische Strömung ihrer Erbauungszeit ein und geht auf den Zusammenhang mit König Friedrich II. ein. Besonders lesenswert sind die Ausführungen des Autors zur himmlischen Stadt Jerusalem im Buch der Offenbarung – hier bringt Müller die Idee der Apokalypse zusammen mit dem Wesen einer Kirche in der Mitte der Stadt, wie es die Hedwigs-Kathedrale ist.

Copyright: Herder

Den zweiten Band verantworten Klemens Richter und Benedikt Kranemann: „Die Innengestaltung der Sank Hedwigs-Kathedrale. Liturgiehistorische und liturgietheologische Aspekte“. In diesem Band steht die Gestaltung des Kirchenraumes im Mittelpunkt. Die Autoren zeigen auf, welche Bedeutung unterschiedliche Epochen dem Raum beimaßen – und welche Interpretationen damit einhergingen. Zugleich wird es aber auch im Blick auf die Planungen für die Kathedrale ganz konkret. Benedikt Kranemann schreibt: „Die Sankt Hedwigs-Kathedrale stellt vor besondere Herausforderungen. Sie ist ein Raum der Liturgie, ein Gotteshaus mit öffentlichem Charakter, ist Ort für Gebet, Einkehr, Besinnung. Sie ist nicht zuletzt auch die Kirche, die in besonderer Weise mit der Geschichte des Katholizismus in der DDR verbunden ist.“

Der dritte Band stammt von Bernhard Schneider: „Hedwig von Schlesien und die Revolution der Caritas“. Hier geht es um die Heilige, deren Namen die Kathedrale geht, und ihren Dienst an den Armen um das Jahr 1200. Eine schöne Möglichkeit – gerade für alle Angehörigen der Dompfarrei – sich mit dieser Heiligen auseinanderzusetzen.

Band 1: Klaus Müller, Eine Mitte, die für das Ganze steht
Herder 2019, 79 Seiten, EUR 9

Band 2: Klemens Richter / Benedikt Kranemann, Die Innenraumgestaltung der Sankt Hedwigs-Kathedrale
Herder 2019, 95 Seiten, EUR 9

Band 3: Bernhard Schneider, Hedwig von Schlesien und die Revolution der Caritas
Herder 2019, 63 Seiten, EUR 9