Französisches Roulette

Von Benedikt Bögle

Copyright: Diogenes

Bruno, Chef de police in St.-Denis, merkt schnell, dass irgendetwas hier nicht mit rechten Dingen zugehen kann: Ein alter Landwirt hat seine beiden Kinder enterbt und alles einem Altenheim vermacht. Dafür sollte er einmal in das luxuriöse Altenheim ziehen dürfen, das so gar nicht zu dem einfachen Bauern passen mag – und das er sich niemals hätte leisten können. Nur kurz, nachdem da Testament geändert wurde, verstirbt der Bauer unter mysteriösen Umständen. Bruno beginnt zu ermitteln und landet bald in einem weiten Netzwerk krimineller Machenschaften. Russische Oligarchen operieren von Malta oder Zypern aus – Staaten, die immer wieder dem Vorwurf ausgesetzt sind, ihre europäische Staatsbürgerschaft gegen Geld zu verkaufen. Bruno dringt immer tiefer in die Machenschaften eines mächtigen russischen Mannes ein, der über gewaltige Reichtümer verfügt, die er wohl nicht immer auf legalem Wege erworben zu haben scheint.

„Französisches Roulette“ ist der dreizehnte Fall für Bruno, Chef de police. Martin Walker hat auch mit diesem Roman einen spannenden Plot aufgebaut. Lediglich am Ende hätte man sich etwas mehr Aufklärung gewünscht; der Fall wird immer komplizierter und auch als Leser blickt man irgendwann nicht mehr ganz durch: Warum musste wer nun eigentlich genau auf wessen Geheiß sterben? Gleichzeitig schafft Martin Walker es einmal mehr, nicht nur die kriminellen Machenschaften, sondern auch das Leben im Perigord wortreich zu schildern. Bruno führt ein Leben im Einklang mit der Natur; die Ermittlungen laufen beinahe nebenher, während der Polizist Gäste empfängt, Feste feiert, Konzerte organisiert. Ein Lesegenuss.

Martin Walker: Französisches Roulette
Diogenes 2022, 392 Seiten, EUR 13

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