Giulia und der Wolf

Von Benedikt Bögle

Copyright: Tyrolia

„Giulia und der Wolf. Die Geschichte eines sexuellen Missbrauchs in der Kirche“ ist ein bewegendes, erschütterndes, aufreibendes Buch. Eine italienische Ordensschwester berichtet vom Missbrauch, den sie als Jugendliche erlebt hat: Ein Priester hatte sich ihr immer mehr angenähert. Was Giulia – übrigens nicht der echte Name der Ordensschwester – damals erlitt, interpretierte sie zunächst als eine Art von Beziehung. Erst später merkte sie, dass es das nicht war; dass es keine Beziehung auf Augenhöhe geben kann zwischen einem erwachsenen Mann und Priester und einer Jugendlichen. Erst später wurde ihr vollends bewusst, dass sie sexuellen Missbrauch erlitten hatte. Erschütternd ist, was Giulia über ihren Missbrauch berichtet. Ebenso erschütternd ist aber, dass sie bis heute unter den Erlebnissen leidet. Seit sie sich mit den Erlebnissen aus ihrer Jugend beschäftigt, tut sie sich schwer mit der Gottesbeziehung, schwer mit dem täglichen Gottesdienst. Dieses Buch macht deutlich: Sexuellen Missbrauch können die Betroffenen nicht einfach hinter sich lassen. Die Wunden begleiten, jeden Tag. Erstaunlich ist, wie nüchtern Giulia berichtet. Ihre Worte wurde von der Journalistin Luisa Bove zusammengetragen. Dieses Buch prägt den Blick auf die Betroffenen sexuellen Missbrauches und zeigt, wie tief die Wunden sind.

Luisa Bove: Giulia und der Wolf. Die Geschichte eines sexuellen Missbrauchs in der Kirche
Tyrolia 2020, 190 Seiten, EUR 17,95

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