Nichts als die Wahrheit

Von Benedikt Bögle

Copyright: Droemer

James Comey wurde auch außerhalb der Grenzen Amerikas bekannt, als er von Donald Trump als FBI-Chef abgesetzt wurde. Nach seinem Buch „Größer als das Amt“ ist bei Droemer nun ein weiterer Band erscheinen: „Nichts als die Wahrheit. Der Ex-FBI-Driektor über die Unterwanderung des amerikanischen Justizsystems“. Der Titel kling bereits danach, als würde es sich um eine neuerliche Abrechnung mit der Präsidentschaft Trumps handeln – es ist allerdings viel mehr als das. James Comey reflektiert vielmehr das amerikanische Justizsystem als solches. Er tut dies, indem er die einzelnen Stationen seiner beruflichen Karriere Revue passieren lässt. Comey war Staatsanwalt, Rechtsanwalt, im Justizministerium und schließlich Chef des FBI.

Immer wieder scheint ein Grundsatz seiner Arbeit durch: Wer auch immer auf staatlicher Seite der Justiz dient, ist nicht Anwalt einer bestimmen Partei. Er ist Anwalt von Recht und Gerechtigkeit überhaupt. Das muss sich indes auch bei der Arbeit bemerkbar machen – so betont Comey etwa immer wieder, dass auch ein Staatsanwalt alle Fakten offenlegen muss, auch wenn dies unter Umständen die Glaubwürdigkeit eines Zeugen der Anklage erschüttert. Comey geht es – man merkt es in seinen Ausführungen immer wieder – um die Gerechtigkeit an sich. Dem Staatsanwalt, und das hat auch für Deutschland zu gelten, darf es nicht um eine Strafe per se gehen, sondern um die Gerechtigkeit. Diesem großen Begriff spürt James Comey immer wieder nach – und zeigt, was er in der Praxis bedeuten kann. Ein sehr lesenswerter Band.

James Comey: Nichts als die Wahrheit. Der Ex-FBI-Direktor über die Unterwanderung des amerikanischen Justizsystems
Droemer 2021, 283 Seiten, EUR 20

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