Dunkel in Island

Von Benedikt Bögle

Hulda Hermannsdóttir arbeitet als Kommissarin auf Island. Mit ihrem Team hatte sie immer Schwierigkeiten; der reine Männerverein wollte eine Frau nicht dulden oder zumindest nicht als gleichberechtigt ansehen. Eigentlich sollte sich die Kommissarin auf ihren verdienten Ruhestand freuen. Tatsächlich aber will sie gar nicht in Rente gehen: Umso überraschender kommt es für sie, dass sie schon ein halbes Jahr vorher in den Ruhestand versetzt wird. Eines noch kann Hulda Hermannsdóttir sich ausbedingen: Sie darf einen alten, ungelösten Fall aufgreifen. Nur wenige Tage bleiben ihr, um ein ungelöstes Rätsel zu entschlüsseln.

Die Kommissarin greift sich einen eigentlich unscheinbaren Fall heraus: Vor einem Jahr ertrank eine Asylbewerberin aus Russland im Meer. Ein Unfall, vielleicht auch Selbstmord. Huldas Kollege hatte schlampig ermittelt. Bald schon kommen neue Details ans Licht: Die Frau könnte als Prostituierte gearbeitet haben. War der Asylantrag vielleicht nur eine Tarnung? Allerdings sollte dem Antrag tatsächlich stattgegeben werden. Wieso sollte sich die Frau umgebracht haben, kurz nachdem der Traum eines neuen Lebens in Island in Erfüllung ging? Irgendetwas stimmt da nich, merkt Hulda schon nach kurzer Zeit. Sie stürzt sich in den Fall und kommt der Lösung sehr nahe.

Ragnar Jónasson hat einen fesselnden Thriller vorgelegt. Hulda als Heldin ist ein überzeugender Charakter: Irgendwie verbittert, aber auch mutig und zielstrebig, irgendwie ein einsamer Mensch und doch ein angenehmer Zeitgenosse. Der Krimi nimmt schnell an Fahrt auf und endet so abrupt wie unerwartet. Große Unterhaltung!

Ragnar Jónasson: Dunkel
btb, 3. Aufl. 2020, 367 Seiten, EUR 15
Copyright des Bildes: btb

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