Martin Walker: Connaisseur

Von Benedikt Bögle

Claudia war eine junge, begabte, lebensfrohe Studentin der Kunstgeschichte. In Paris promoviert sie in ihrem Fach, für ihre Forschungen hält sie sich auch im Périgord auf und freundet sich mit Bruno, Chef de police, an. Doch plötzlich wird sie im Schacht eines Brunnens gefunden. Claudia hatte einen abendlichen Vortrag besucht, sich nicht sehr gut gefühlt und schließlich die Veranstaltung verlassen. Seitdem hatte niemand mehr sie gesehen – bis Bruno sie am nächsten Morgen im Brunnen findet. Es sieht zunächst alles nach einem Unfall auf. Diese These wird auch dadurch unterstützt, dass im Blut der jungen Frau Schmerzmittel, aber auch eine asiatische Droge nachgewiesen werden können. Nur: Das passt eigentlich nicht zu der jungen Frau, die Bruno kennengelernt hatte. Der Chef de police wird skeptisch – und beginnt zu ermitteln.

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Seine Ermittlungen führen ihn in die Welt der Kunst. Martin Walker erzählt den Kriminalfall mit einer herrlichen Leichtigkeit. Über Seiten hinweg scheint es gar nicht mehr um die Ermittlungen zu gehen, sondern um das Landleben, kulinarische Ausflüge, die Liebe zu Frankreich. Das aber stört nicht – ganz im Gegenteil. Walker hat eine wunderbare Erzählung geschaffen, die auf jeder Seite und mit jedem Aspekt zu unterhalten vermag. Es scheint beinahe, als würde der eigentliche Fall in den Hintergrund rücken, um sich dann doch immer wieder in den Vordergrund zu spielen. Herrliche Unterhaltung!

Martin Walker: Connaisseur. Der zwölfte Fall für Bruno, Chef de police
Diogenes 2020, 437 Seiten, EUR 24

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