Mord auf Capri

Von Benedikt Bögle

Auf Capri wird die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Er wurde in einem Ruderboot vor der Küste erstochen. Die Polizisten der örtlichen Polizeistation beginnen mit ihren Ermittlungen und sind schnell ratlos: Warum ist die Freundin des Toten spurlos verschwunden? Ist auch ihr etwas zugestoßen oder war sie am Ende gar die Täterin? Was aber könnte dann das Motiv für den Mord gewesen sein? Agente Rizzi verfolgt unterschiedliche Spuren und ermittelt auf seiner Heimatinsel Capri. Immer deutlicher wird dem Polizisten, dass auch das Engagement des Toten und seiner Freundin für den Klimaschutz und eine Rettung der Meere eine Rolle für den Tod spielen könnte – doch ganz anders, als es zunächst den Eindruck erwecken mag: Neben ökologische Motive treten auch wirtschaftliche Interessen. Neben der eigentlich Tat können auch die Protagonisten überzeugen: Der tatkräftige Agente Rizzi, seine noch etwas verloren wirkende Kollegin Cirillo, aber auch die Verdächtigen – allesamt überzeugende Charaktere.

Copyright: Diogenes

Luca Ventura – ein Pseudonym übrigens – hat einen grandiosen ersten Capri-Krimi vorgelegt: „Mitten im August“. Ein wenig erinnert Ventura an Donna Leon: Die Szenerie macht Lust auf Urlaub, ein besonderes Augenmerk liegt auf der mediterranen Küche und einem gewissen, für deutsche Ohren vielleicht etwas lockeren Lebensstil. Die Ermittler müssen sich auch hier mit den Nachteilen italienischer Bürokratie auseinandersetzen – und selbst das Thema einer Verschmutzung der Meere könnte von Donna Leon persönlich stammen. Das soll aber nicht heißen, Luca Ventura habe die Krimis aus Venedig kopiert. Nein, nein. „Mitten im August“ liest sich wie ein lauer Sommerabend, der schneller vorbei ist, als man die Seiten umblättern kann. Der Leser wird förmlich auf Capri gezogen und dort auch noch mit einem spannenden Kriminalfall konfrontiert. Besser könnte Unterhaltung nicht sein. Wie gut, dass Ventura bereits am zweiten Capri-Krimi arbeitet.

Luca Ventura: Mitten im August. Der Capri-Krimi
Diogenes 2020, 323 Seiten, EUR 16

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