Der Papst und die Medaillen

Von Benedikt Bögle

Der Vatikan gibt, das dürfte wohl den meisten bekannt sein, eigene Euromünzen heraus; dazu aber gibt jeder Papst während seiner Amtszeit auch Medaillen heraus. Eine bunte Auswahl historischer Medaillen bieten nun Kay Ehling und Jörg Ernesti: „Glänzende Propaganda. Kirchengeschichte auf Papstmedaillen“ ist bei Herder erschienen. Medaillen sollten dabei keinesfalls mit Geldmünzen verwechselt werden. Die beiden Historiker klären gleich zu Beginn ihres Bandes auf: „Unter einer Medaille versteht man eine münzähnliche Schau- oder Denkmünze, die im Unterschied zur Münze jedoch nicht als Zahlungs- und Umlaufmittel, sondern als Erinnerungsstück dient.“ Ein Denkmal für die Hand, sozusagen.

Copyright: Herder

Die beiden Autoren bieten nun eine Auswahl von Medaillen, beginnend mit Papst Martin V., der ab 1417 auf dem Stuhl Petri saß, und endend mit Papst Franziskus. Die Medaillen sind nicht nur groß und farbig abgebildet, sondern werden neben Wiedergabe der Inschriften auch kurz beschrieben. Darauf folgt eine kirchengeschichtliche Einordnung. Diese Kombination macht aus dem vorliegenden Werk ein Geschichtsbuch der ganz besonderen Art. Sicherlich ohne irgendeine Vollständigkeit beanspruchen zu wollen, handelt es sich beinahe schon um kirchenhistorisches Lesebuch – und sei damit nicht nur kunsthistorisch Interessierten, sondern sicherlich auch all jenen empfohlen, die sich mit der Kirchengeschichte beschäftigen.

Kay Ehling und Jörg Ernesti: Glänzende Propaganda. Kirchengeschichte auf Papstmedaillen
Herder 2019, 239 Seiten, EUR 35

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