Geheimnisse eines Evangeliums

Von Benedikt Bögle

Das Markusevangelium gilt als das älteste der vier kanonischen Evangelien: Lukas und Matthäus stützten sich in ihrer Darstellung des Lebens Jesu auf den ersten, älteren Text. Eine kurze Erzählung ist es, gemessen an der unglaublichen Botschaft die es verkündet; der Botschaft vom Sohn Gottes, vom Reich Gottes, von der Auferstehung von den Toten. Dem Text geht in besonders interessanter Weise der emeritierte Theologieprofessor Ludger Schenke auf die Spur: „Das Markusevangelium. Pointen, Rätsel und Geheimnisse“ ist im Herder-Verlag erschienen.

Copyright: Herder

Der Text präsentiert sich als Sammlung von 70 mehr oder weniger kurzen Essays über da Markusevangelium. Am Beginn des Bandes stehen klassische Einleitungsfragen nach Autor, Zeit der Abfassung und literarischer Form. Dann aber bietet Schenke den Evangelientext selbst – er kommentiert ihn mit seinen Essays. Ein Beispiel: Der kurze Text über die Rolle des Petrus im Markusevangelium wird nicht einfach losgelöst präsentiert. Er ist gleichzeitig ein Teil der Kommentierung zur Passionserzählung. So ermöglicht der Autor einerseits ein gezieltes Nachschlagen bestimmter Themen – etwa zu den Frauen im Markusevangelium, zur Rolle des Täufers Johannes oder zum Begriff des „Evangeliums“. Gleichzeitig aber lässt sich das Buch auch als Kommentar lesen, der das Evangelium vom Anfang bis ans Ende durchgeht.

Dieses Konzept überzeugt und könnte sich einer breiten, wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit erfreuen. Im selben Aufbau hat Schenke auch einen Kommentar zum Johannesevangelium veröffentlicht, der ebenfalls bei Herder erschienen ist. Man kann sich nur wünschen, dass die anderen beiden Evangelien noch folgen mögen.

Ludger Schenke: Das Markusevangelium. Pointen, Rätsel und Geheimnisse
Herder 2018, 213 Seiten, EUR 22

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