Rosa Luxemburg

Von Benedikt Bögle

1919 wurde Rosa Luxemburg erschossen. Welche Karriere sie in der noch jungen Weimarer Republik weiter übernommen hätte, wo sie Einfluss hätte ausüben können, welche Weichen sie gestellt hätte, muss unbeantwortet bleiben. Und doch lohnt sich ein Blick in die Biographie der außergewöhnlichen Frau. „Wer miterlebte, wie diese kleine Person, die auf einen Stuhl steigen musste, um sich Gehör zu verschaffen, darum kämpfte, am Kongress der Sozialistischen Internationale als Delegierte teilnehmen zu können, dem bleib ihre Erscheinung im Gedächtnis. Luxemburg zog schon früh Emotionen der unterschiedlichsten Art auf sich, gleichgültig ließ sie kaum jemanden“, schreibt Ernst Piper. Der Professor für Neuere Geschichte in Potsdam hat sich in einem umfassenden Werk mit Rosa Luxemburg auseinandergesetzt.

© Blessing

Piper schreibt über eine starke Frau und ihren ungewöhnlichen Weg. In Polen geboren, studierte Luxemburg in der Schweiz und kam nach Deutschland, um dort an einem sozialistischen Umbruch der Gesellschaft zu arbeiten. Als Journalistin versuchte sie, sich in den Diskurs der sozialistischen Bewegung einzubringen und die richtungsweisenden Kämpfe in ihrem Sinne zu entscheiden. Lange Gefängnisaufenthalte nahm sie dafür in Kauf, immer wieder zog sie nicht nur Begeisterung, sondern auch tiefe Ablehnung auf sich. All das schildert Ernst Piper bis hin zu Luxemburgs Tod, minutiös und dennoch gut lesbar. Für den Laien werden einzelne Daten von Parteitagen oder Reisen schnell unübersichtlich – eine grobe Zeittafel wäre daher mehr als wünschenswert gewesen.

Ernst Piper: Rosa Luxemburg. Ein Leben
Blessing Verlag, 2. Aufl. 2019, 832 Seiten, EUR 32

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