J. K. Rowling: Weißer Tod

Cormoran Strike kann nicht über Aufträge klagen: Nach seinem letzten spektakulären Fall wollen sich eigentlich genügend Klienten seiner Dienste als Privatdetektiv versichern. Dem ehemaligen Soldaten und seiner Mitkämpferin Robin Ellacott steht dabei ihr nächster großer Fall bevor: Kurz vor dem Beginn der olympischen Spiele sucht sie der britische Kultusminister auf. Er wird erpresst, weiß auch um die Identität seiner Erpresser und bittet Strike, etwas über sie herauszufinden. Etwas, mit dem er sie in der Hand hätte und die Veröffentlichung des brisanten Materials verhindern könnte.

Was hat der Minister getan? Womit wird er erpresst? Er schweigt sich aus. Strike und Robin brauchen lange, um dem Rätsel auf die Spur zu kommen. Dazu kommt ein weiterer Fall, der die beiden beschäftigt: Ein junger, offensichtlich psychisch angeschlagener Mann will einen Mord an einem Kind beobachtet haben. Kann man ihm trotz seiner desolaten Verfassung trauen? Wenn ja: Gibt es einen Zusammenhang mit der Erpressung des Ministers?

© Blanvalet

Weißer Tod“ ist der vierte Roman um Cormoran Strike, erschienen bei blanvalet. Autorin: Die weltberühmte J. K. Rowling, Schöpferin des Harry-Potter-Universums. Die Krimireihe um Cormoran Strike schreibt Rowling unter Pseudonym als Robert Galbraith. Beide können Geschichten erzählen. Über weite Strecken ist das Buch spannend, man möchte es kaum aus den Händen legen. Irgendwann jedoch erlahmt die Handlung ein wenig – es dauert schlicht zu lange, bis die beiden Detektive einen ersten Durchbruch erzielen können. Es zieht sich und die Auflösung des Falles kommt beinahe zu spät. Einfallsreich ist des Rätsels Lösung und doch fühlt man sich irgendwie an Agatha Christie erinnert und hat es schwer, die verschiedenen Namen und Angehörigen einer Patchwork-Familie noch richtig auseinander halten zu können.

Trotzdem: „Weisser Tod“ ist lesenswert. Die Geschichte ist gut, wenn auch bisweilen etwas konstruiert. Rowling überzeugt nicht nur durch ihre Qualitäten als Schriftstellerin, sondern tut sich auch als kluge und gewitzte Gesellschaftskritikerin hervor.

Robert Galbraith: Weißer Tod. Ein Fall für Cormoran Strike
Blanvalet 2018, 862 Seiten, EUR 24

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